Das Proficere Lernjournal

Selbstbeurteilung und
Rückmeldungen
Selbstbeurteilung im Proficere Lernjournal

Im Zentrum des Proficere Lernjournals steht die Selbstbeurteilungsfunktion für die Lernenden und die Feedback-Funktion der Lehrperson. Die Lernenden nehmen regelmässig (3) eine Selbsteinschätzung ihres Lernprozesses in den einzelnen Lektionen vor und sehen parallel dazu die Einschätzung der Lehrperson (Feedback). Lernstand, Entwicklung und Diskrepanzen in den Selbst- und Fremdeinschätzung innerhalb eines Schulfaches oder über alle Schulfächer werden auf einen Blick ersichtlich.

Der Stellenwert der Selbstbeurteilung

Die Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus durch die Lernenden gilt als der stärkste Einflussfaktor auf die schulische Leistung überhaupt (1). Schülerinnen und Schüler sollen lernen können, ihre Erwartungen zum erfolgreichen Lösen schulischer Aufgaben realistisch einzuschätzen. Regelmässiges Feedback (Rückmeldungen) der Lehrperson zum Entwicklungs- und Lernstand der Lernenden und der Vergleich mit der eigenen Selbstreflexion fördern die Schülerinnen und Schüler darin (1).

Zur Wirkung der Selbstbeurteilung

Durch Selbstreflexion schärfen die Lernenden das Wahrnehmen und Formulieren ihrer Gefühle, Interessen und Bedürfnisse, entwickeln ein Bewusstsein für die Stärken und Schwächen ihres Lern- und Sozialverhaltens und lernen, ihre eigene Einschätzung mit jener von aussen zu vergleichen und Schlüsse daraus zu ziehen (Selbst- und Fremdwahrnehmung) (2). Der Lehrplan 21 definiert die Selbsteinschätzung der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten als eine der Fähigkeiten, die sich Lernende im Verlauf ihrer Schulzeit aneignen sollen. 

Die Selbstbeurteilung als Rückmeldung an die Lehrperson

Durch die kontinuierliche Einsicht der Lehrperson in die Selbstbeurteilung der Lernenden werden Schwierigkeiten sowie Unter- und Überforderung frühzeitig erkannt und es können Massnahmen zur gezielten Unterstützung und Förderung ergriffen werden. Lehrpersonen erkennen durch die Einsicht leicht, wo die Lernenden schulisch stehen, was sie wissen, was sie verstehen, wo sie Fehler machen und wann sie etwas missverstehen (6). Haben die Lernenden zusätzlich die Möglichkeit, mit regelmässigen Rückmeldungen der Lehrperson mitzuteilen, wie sie den Unterricht erleben, was sie verstehen, wo sie den Anschluss verlieren, gelingt es der Lehrperson, den eigenen Unterricht mit den Augen seiner Schülerinnen und Schüler zu sehen (7).  

Stellenwert der Rückmeldungen an die Lernenden

Rückmeldungen zum Lernen gehören zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die schulische Leistung von Lernenden (1). Bildungsforscher weisen verschiedentlich auf den hohen Stellenwert hin, der dem sachbezogenen, häufigen Feedback an die einzelne Schülerin und den einzelnen Schüler zukommt (1; 2; 3).

Die Wirkung von Feedback an die Schülerin und den Schüler

Häufiges Feedback trägt dazu bei, das Selbstbewusstsein der Lernenden zu festigen, ihre Selbstreflexion beim Lernen und ihre realistischen Selbstwirksamkeitserwartungen auszubilden. Dadurch entwickelt sich mit der Zeit ein selbstständiges, selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen (5).

Rückmeldungen im Lehrplan 21

Gemäss Lehrplan 21 werden Lernende durch ermutigende und aufbauende Rückmeldungen beim Kompetenzerwerb und in ihrem Lernprozess unterstützt. Dadurch wird ihnen ihr individuelles und kooperatives Lernverhalten transparent gemacht. Sie erhalten Informationen über ihr erworbenes Wissen und Können, ihre Lernfortschritte und über noch bestehende Lücken oder anzugehende Schwierigkeiten (4).

Referenzen: 1) Höffer und Steffens, 2012. Zusammenfassung der praxisorientierten Konsequenzen aus der Forschungsbilanz von John Hattie „Visible Learning”.

 

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